Generikamarketing – das bestehende Potential im Generikamarkt ausnutzen


Der globale Generikamarkt hat im Jahr 2018 laut Schätzungen über 300 Milliarden US$ Umsatz erzielt, 44.8 Milliarden US$ davon durch generische Spezial-Pharmazeutika. Generika sind preisgünstige Nachfolgemedikamente von Präparaten, deren Patente abgelaufen sind. Sie enthalten die gleichen Wirkstoffe wie die Originalpräparate und wirken gleich wie diese, müssen jedoch nicht zu 100% identisch sein. So können sich die enthaltenen Hilfsstoffe und die Herstelltechnologie der Generika vom Originalpräparat unterscheiden. Generische Spezialpharmazeutika sind Generika von Spezialtherapeutika, die zur Behandlung von chronischen oder komplexen Krankheiten wie beispielsweise Krebs, Autoimmun-Erkrankungen, Epilepsie oder HIV eingesetzt werden. Der Markt für generische Spezial-Pharmazeutika zeichnet sich im Vergleich zum traditionellen Generikamarkt durch weniger Akteure, komplexere Herstellprozesse, höhere Kapitalkosten und aufgrund der tieferen Zahl an Patienten durch tiefere Volumina aus. Dadurch ist die Preisreduktion für Generika in diesem Bereich nicht gleich ausgeprägt wie bei traditionellen Generika und die Marge für die generischen Spezialpharmazeutika ist dadurch höher.*


Zu den grössten Akteuren auf dem Generikamarkt gehören unter anderem Teva Pharmaceuticals Industries, Mylan Inc., Sandoz International, Pfizer und Sun Pharmaceutical Industries. Gemäss den Beratungsunternehmen werden die Umsätze im Generikamarkt auch zukünftig weiter steigen. Doch wie sieht die Situation in der Schweiz aus und lohnt es sich, Generikaprodukte durch Marketingmassnahmen zu pushen oder ist der Markt bereits gesättigt?


Der Generika-Markt in der Schweiz


Seit dem Jahr 2005 hat sich der Generikamarkt in der Schweiz mehr als verdoppelt. Im Jahr 2017 betrug das wertmässige Marktvolumen dieser Medikamente rund 699 Millionen Schweizer Franken. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Wachstum von 4.8%. Im Jahr 2005 lag dieser Betrag noch bei 261.2 Millionen Schweizer Franken.

Der Anteil von Generika im generikafähigen Markt der zwanzig umsatzstärksten patentabgelaufenen Wirkstoffe betrug im Jahr 2017 rund 72.5%. Im Jahr 2005 lag diese Zahl noch bei ca. 50%. Zum generikafähigen Markt zählen Generika und patentabgelaufene Originale, von denen Generika existieren. Dementsprechend sind 2017 fast 3 von 4 verkauften Präparaten Generika gewesen. Dieser Anteil ist in den letzten zwölf Jahren ungefähr auf dem gleichen Niveau stagniert, was bedeutet, dass in 27.5% der Fälle immer noch Originalpräparate an die Patienten abgegeben werden, obwohl von diesen Generika existieren. Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass manche Patienten skeptisch sind, wenn es um Generika geht, weil sie befürchten, dass die Qualität oder Wirkung dieser Medikamente nicht derjenigen des Originalpräparates entsprechen würden.**


Bei einigen Wirkstoffen lohnt es sich für die Generikahersteller zudem nicht, überhaupt ein Generikum des Originalpräparates zu entwickeln, da die Preise des Originals bereits so tief sind, dass bei den Generika keine wirtschaftlich attraktive Marge mehr übrigbleiben würde. Das Marktvolumen dieser Präparate hat im Jahr 2017 rund 475 Millionen Schweizer Franken betragen. **


Die Krankenkassen versuchen die Patienten durch den differenzierten Selbstbehalt so zu beeinflussen, dass sie sich für die Generika-Variante eines Präparates entscheiden, wenn eine solche existiert. Durch diese Regelung haben die Patienten einen höheren Selbstbehalt von 20%, wenn sie sich für das Originalpräparat entscheiden im Vergleich zum Selbstbehalt von 10% für das Generikum. Durch die häufigere Wahl der Generika können die gesamten Gesundheitskosten im Schweizer Gesundheitssystem tiefer gehalten werden. Die Patienten haben demnach einen doppelten Vorteil, wenn sie sich für Generikaprodukte entscheiden. Zum einen ist der Preis für die Produkte ohnehin tiefer und zum anderen zahlen sie 10% weniger Selbstbehalt. **


Um die Konsumenten auf die Vorteile von Generika aufmerksam zu machen und sie so bei Medikamentenentscheidungen für die Generikavariante zu sensibilisieren, lohnt es sich für Generikahersteller, mit gezielten Marketing- und Kommunikationsmassnahmen mit den Patienten in Kontakt zu treten. Immerhin hätten die Generikaproduzenten das Potential, ihren Umsatz noch um mehr als einen Viertel des gesamten generikafähigen Marktes zu steigern und die tieferen Gesundheitskosten würden sich insgesamt positiv auf das Schweizer Gesundheitssystem auswirken.


First Aid Marketing ist durch langjährige Erfahrung Spezialist in diesem Gebiet. Falls sie sich für professionelle Unterstützung bei der Vermarktung ihrer Generikaprodukte interessieren, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.




* https://www.globenewswire.com/news-release/2019/04/15/1804171/0/en/44-8-Bn-Specialty-Generics-Market-Global-Industry-Trends-Share-Size-Growth-Opportunity-and-Forecast-2019-2024.html

** https://www.interpharma.ch/fakten-statistiken/2048-hoher-substitutionsanteil-der-generika

Services

First Aid Marketing GmbH

Platanenweg 3

3013 Bern

Switzerland

  • Facebook - Grau Kreis
  • Twitter - Grau Kreis